Whitepaper
Agentic AI in Risk & Compliance: Von Automatisierung zu intelligenter Governance
Von Dr. Jochen Papenbrock, Dr. Sebastian Fritz-Morgenthal, Dr. Mark Währisch
Künstliche Intelligenz verändert das Risikomanagement der Banken tiefgreifend. Nach Jahren der regelbasierten Automatisierung eröffnet der Aufstieg sogenannter Agentic AI-Systeme eine neue Dimension: KI-Modelle, die nicht nur analysieren, sondern eigenständig Entscheidungen vorbereiten, Aufgaben priorisieren und Prozesse koordinieren. Damit verschiebt sich der Fokus von der reaktiven Datenauswertung hin zur proaktiven Steuerung komplexer Risiko- und Compliance-Prozesse.
FIRM beschäftigt sich im Rahmen des Round Tables Artificial Intelligence mit der Frage, wie Finanzinstitute diese Entwicklung gestalten können – mit Blick auf Governance, Datenqualität, Aufsichtsfähigkeit und kulturelle Voraussetzungen. Die zentrale Erkenntnis der bisherigen Diskussionen lautet: Agentic AI ist kein technologischer Hype, sondern ein strategischer Hebel für Resilienz, Effizienz, Innovation und regulatorische Sicherheit.
Banks Navigating Global Crisis
Von Dr. Til Bünder, Gerold Grasshoff, Emilia Zimermann
Das Wirtschaftsgefüge rund um den Globus wird immer komplexer und Handelskonflikte sowie militärische Spannungen bringen diverse Risiken für die Volkswirtschaften, für Unternehmen und Finanzinstitutionen mit sich. Für Banken ist in einer solchen Unsicherheitslage proaktives Risikomanagement wichtiger denn je. Worauf es dabei zu achten gilt, wie Szenarien definiert, quantifiziert und entsprechende Mitigationsmaßnahmen abgeleitet werden, ist im aktuellen FIRM-Positionspapier Banks Navigating Global Crises: Analysis of Geopolitical Risks and their Impact on the Financial Sector zusammengefasst.
Die Autoren Gerold Grasshoff, Dr. Til Bünder und Emilia Zimermann beschäftigen sich mit den potenziellen Auswirkungen der jüngsten Entwicklungen in China, dem Nahen Osten und dem politischen Kurswechsel der USA. Im Fokus der Analyse stehen deutsche und europäische Banken. Das Positionspapier bietet einen umfassenden Leitfaden für den Umgang mit geopolitischen Herausforderungen im Finanzsektor.
Künstliche Intelligenz
Von Dr. Jochen Papenbrock, Dr. Sebastian Fritz-Morgenthal, Philipp Adamidis
Im Positionspapier „Herausforderungen und Chancen für das Modellrisikomanagement“ beschreiben die Autoren Sebastian Fritz-Morgenthal, Philipp Adamidis und Jochen Papenbrock, warum die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Banken eine Vielzahl von Vorteilen verspricht – von der Effizienzsteigerung bis hin zur Verbesserung der Entscheidungsfindung. Gleichzeitig bringt der verstärkte Einsatz von KI-Modellen neue Herausforderungen mit sich, insbesondere im Bereich des Modellrisikomanagements.
Bisher verfolgte Strategien bedürfen einer fundamentalen Überarbeitung. Das Positionspapier beleuchtet die regulatorischen Anforderungen und Regularien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA), der Europäischen Zentralbank (EZB), der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie des EU AI Act. Es zeigt zudem auf, wie sich der erweiterte Einsatz von KI auf das Modellrisiko auswirkt und welche Herausforderungen aber auch insbesondere Chancen dies für das Modellrisikomanagement von Banken darstellt.
ESG – Klimarisiken
Von Dr. Til Bünder, Nicholas Martin
Im aktuellen Positionspapier des FIRM Round Table ESG untersuchen die Autoren Dr. Til Bünder und Nicholas Martin die klimapolitischen Maßnahmen der Europäischen Union (EU) und der Vereinigten Staaten (USA) in Bezug auf deren Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung.
Die Autoren Dr. Til Bünder und Nicholas Martin erläutern, wie sich das deutlich ambitioniertere Regelwerk in der EU auf verschiedenen ökonomischen Ebenen auswirkt, wo sich Chancen ergeben und welche Risiken zu beachten sind. Der Vergleich der Klima- und Energiepolitik der EU und der USA zeigt, dass die USA durch ihren direkten und einfachen Ansatz in der Förderung grüner Investitionen attraktiver werden. Die EU hingegen gefährdet durch ihre komplexere Regulierung sowie die Fragmentierung der Finanzierungsmechanismen ihre führende Position im Bereich der grünen Innovation und Investitionen. Daher ist es entscheidend, dass die EU ihre politischen Rahmenbedingungen so weiterentwickelt, dass die Klimaziele zu erreicht und gleichzeitig ihre wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit gesichert wird.
Asset Management
Von Christoph Wronka, Jens Hermann Paulsen, Lars Ulbricht Hendrik König und Shahrok Shedari
Aufstrebende Technologien wie die Digital Ledger Technology (DLT) revolutionieren zahlreiche Branchen, darunter auch den Asset-Management-Sektor. Dieses Whitepaper analysiert die jüngsten Fortschritte bei der Anwendung dieser Technologien im Asset Management und gibt einen Ausblick auf die digitale Transformation in den kommenden Jahren.
Die Vermögensverwaltungsbranche nutzt zunehmend digitale Assets und DLT zur Diversifizierung ihres Angebots und zur Verbesserung der operativen Effizienz. Vor allem das institutionelle Interesse an digitalen Vermögenswerten nimmt zu, wodurch sie für verschiedene Anlagestrategien ins Rampenlicht rücken. Das Engagement von Branchengrößen wie Goldman Sachs und BlackRock unterstreicht die Bedeutung dieses Trends. Dieses Whitepaper untersucht die Integration von DLT ins Asset Management, beschreibt die Vorteile wie auch die potenziellen Risiken.
Fachbeiträge
Make Peace with Your Front Office
Von Dominik Käfer, Dr. Lue Wu, Jens-Peter Nees
Die Einhaltung regulatorischer Vorgaben stellt das Front Office von Banken vor erhebliche Herausforderungen. Relationship Manager beklagen vielfach den stetig wachsenden Aufwand durch Compliance-Aufgaben wie Know-Your-Customer (KYC), Transaktionsüberwachung oder Betrugsprävention. Diese Tätigkeiten erhöhen nicht nur die Arbeitsbelastung, sondern können auch die Beziehung zu Kunden beeinträchtigen. Dies stellt jedoch kein Imperativ dar. Durch den gezielten Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) zeigen führende Banken bereits heute, dass Compliance- und Kontrollprozesse nahtlos in die täglichen Abläufe und Produkte des Front Office integriert werden können — und dass eine produktive, reibungsarme Zusammenarbeit zwischen Front Office und Compliance-Funktion tatsächlich darstellbar ist.
Kreditrating-Migrationen im ökonomischen Zyklus
Von Dr. Michael Kalkbrener, Prof. Dr. Natalie Packham
Point-in-Time- (PIT-) und Through-the-Cycle- (TTC-) Ratingphilosophien sind im Kreditrisikomanagement fest etabliert, ihre konzeptionellen Unterschiede werden jedoch häufig ohne einen einheitlichen Modellrahmen behandelt. Aufbauend auf der jüngsten Arbeit von Kalkbrener und Packham (2026), liefert dieser Beitrag eine formale Charakterisierung von PIT- und TTC-Eigenschaften anhand von Ratingmigrationen und Ausfallverhalten. Dabei wird präzisiert, an welcher Stelle Zyklizität in ein Ratingsystem eingeht und wie sich dies auf Ausfallwahrscheinlichkeiten über unterschiedliche Zeithorizonte auswirkt.
Transitionspläne von Banken: Von Compliance zum strategischem Vorteil
Von Dr. Lukas Figge-Muschalik, Luca Steinhauer, Matthias Hübner
Der Wandel hin zu einer Netto-Null-Wirtschaft setzt Banken unter wachsenden Druck, ihre Geschäftsmodelle und Kreditportfolios auf den 1,5°C-Pfad auszurichten und gleichzeitig ihre finanzielle Stabilität zu bewahren. Transitionsplanung muss daher eher als strategische Managementaufgabe und nicht nur als Compliance-Übung verstanden werden. Nur dann können Institute ihre Klimaziele in konkrete Maßnahmen übersetzen, neu entstehende Risiken steuern und ihre Glaubwürdigkeit gegenüber Aufsichtsbehörden, Kunden und Investoren wahren. Dabei müssen Banken unterschiedliche sektorale Transformationspfade, unzureichende Datengrundlagen sowie den Zielkonflikt zwischen langfristiger Resilienz und kurzfristiger Rentabilität meistern.
Erzielung einer Kapitalrendite (ROI) für künstliche Intelligenz durch gemeinsame Wertschöpfung
Von Cristina Has
Generative künstliche Intelligenz (GenAI) hat sich im Bankwesen schnell von einer technologischen Kuriosität zu einer strategischen Priorität entwickelt. Seit 2023 haben die Institute zahlreiche Pilotprojekte gestartet, von internen Chat-Assistenten bis hin zur automatischen Dokumentenanalyse. Diese Projekte zeigen zwar beeindruckende Fähigkeiten, aber viele haben Schwierigkeiten, aus den Experimenten einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Diese Diskrepanz ist nicht auf technologische Unreife zurückzuführen, sondern auf die mangelnde Anpassung an die regulatorischen, organisatorischen und kontextuellen Gegebenheiten. Während der Hype verblasst, wächst der Druck, Investitionen mit greifbaren Erträgen zu rechtfertigen.
Ratings unter dem Mikroskop: Wie ECAIs die Eigenkapitalanforderungen von Banken optimieren
Von Luca D’Amico, Marco Bonsanto, Dirk Burdorf
Basel III wurde als Reaktion auf die im Zuge der Finanzkrise 2008 aufgedeckten Schwächen konzipiert, mit dem Ziel, die Widerstandsfähigkeit des globalen Bankensektors zu stärken. Durch die Einführung strengerer Eigenkapitalanforderungen (auch in Verbindung mit der EU‑Eigenkapitalverordnung), strengeren Liquiditätsstandards sowie strengeren Verschuldungsquoten soll das systemische Risiko reduziert und das Vertrauen in die internationalen Finanzmärkte wiederhergestellt werden. In einer zunehmend globalisierten und komplexen Welt, die von exogenen Risiken geprägt ist, stellt die Berechnung der Eigenkapitalanforderungen nicht nur eine technische Übung dar, sondern sie beeinflusst und unterstützt maßgeblich, wie Banken diese Risiken steuern und mindern.
Jahrbücher
Jahrbuch 2026
Wir erleben derzeit eine Veränderungsdynamik, die kaum noch vergleichbar ist mit früheren Dekaden. Geopolitische Verschiebungen, technologische Sprünge und wirtschaftliche Herausforderungen überlagern und verstärken sich gegenseitig – und führen zu einer Komplexität, die immer schwerer zu managen ist. Das gilt für Politik und Wirtschaft insgesamt und es gilt im Besonderen für die Finanzindustrie. Sie ist gefordert, ihre Risikoarchitektur permanent auf die neuen Entwicklungen auszurichten.
Jahrbuch 2025
Risikomanagement ist ein Spiegelbild der Themen, die unsere Gesellschaft bewegen. Denn überall da, wo sich neue Entwicklungen bahnbrechen, entstehen Risiken. Nirgends wird das so deutlich wie bei den geopolitischen Entwicklungen, die uns derzeit in Atem halten. Vor zwei Jahren war dies noch ein Thema für Vordenker. Heute ist es das dominierende Risiko mit unmittelbaren Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.
Jahrbuch 2024
Im FIRM-Jahrbuch 2024 greifen wir die aktuellen Schwerpunkte im Risikomanagement auf. Mehr als 50 Autorinnen und Autoren haben am Jahrbuch mitgewirkt. Sie schreiben über Cyberrisiken, Kryptowährungen, Künstliche Intelligenz und Machine Learning, Reputation, ESG und Governance sowie viele weitere finanzielle und nicht finanzielle Risikothemen. Zudem berichten wir über die Arbeit in unseren Risk Round Tables und stellen die jüngst erschienenen Positionspapiere vor.
Jahrbuch 2023
Im FIRM-Jahrbuch 2023 zeigen wir, wie der Dialog zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in der Praxis gelingt. Mit Beiträgen von 50 Autorinnen und Autoren zu den Themen ESG, Payments, Cyberrisiken, Künstliche Intelligenz und vielem mehr. Dazu Berichte und Positionspapiere aus unseren FIRM Risk Round Tables.
Jahrbuch 2022
Im FIRM-Jahrbuch 2022 erläutern mehr als 50 Autoren aus Wirtschaft und Wissenschaft in ihren Beiträgen und Studien zu ESG-Risiken und Taxonomie, Cyberrisiken, Folgen der Corona-Pandemie, Non Financial Risks sowie Payments und Artificial Intelligence in Banken, welche Entwicklungen das Risikomanagement aktuell prägen.